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arbeit am phantasma

Kategorie: #living

KW 23

Über Wien

Es ist schon sehr plüschig, dieses Wien. So Rot und Gold, samtig und glänzend. Dafür sitzt man in S-Bahnen nicht plastikvollverschalt sondern gepolstert, man kann sogar die Fenster öffnen, nur herauslehnen ist verboten. Und der Zug macht Werbung für den Zug: bald kannst du für wenig Geld in Bratis’lover‘ oder Györ sein (gut, dass es hier kein Wortspiel gab), das kakanische Reich zeigt sich barock vereint und leicht erreichbar. Erreichbar übrigens mit dem Wiesel, so heißt der City Schnellzug, ist auch nen Wiesel drauf, aber in Wien geht’s ja nicht in die City, sondern in die Sieti.

Kinder österreichisch sprechen zu hören ist immer wieder befremdlich. Akustisch klingt diese Sprache nach fugenlos fließender Zeit, einer Zeit, die nichts mehr will, sich nichts mehr anmaßt, eine Zeit, die ihre eigene Gemütlichkeit vertont. Übermittelalte Männer, wie Josef Hader und Harald Krassnitzer, die dürfen österreichisch sprechen, aber Kinder… ich bin dann immer gezwungen, an diese Krankheit zu denken mit der Schnellvergreisung, Progerie.

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Neben dem Tagungsmuseum steht ein Eisenmanm. Mit Rüstung und Helm, sehr groß, sehr martialisch. Doch das Eisen bekommt Punkte, wenn man sich nähert. Es sind Nägel. Eine Tafel gibt Auskunft: diese hölzerne Figur wurde geschaffen, um Ende des ersten Weltkrieges die Witwen und Waisen von gefallenen Soldaten zu unterstützen. Man konnte Nägel kaufen und sie dann einschlagen.

Man reagierte auf den Tod von Menschen, indem man Nägel in eine Puppe schlug. Ist das bereits das Gegenteil einer imitatio christi? Weil man nicht sich selbst annageln lässt, sondern annagelt? Was für eine Art Substitut, was für eine kompensatorische Funktion hat dieser Akt? Eine Konferenzteilnehmerin wusste von diesem ‚Brauch‘ und ergänzte, dass es auch andere benagelte Figuren gab und eine Hierarchie der Nägel: man konnte auch goldene und silberne Nägel spenden. Ich hab ein wenig über diese Kriegsnagelungen recherchiert: Wikipedia nennt als Motivation den

„Drang von Menschen, die nicht mit der Waffe an die Front konnten oder durften, etwas zum Sieg beizutragen“.

Und zwar nicht nur Geld, auch eine Form des Tötens. Der Brauch geht nämlich auf Baumnagelungen zurück, die seit dem Mittelalter eine verbreitete Form der Votivgabe waren. Es wurde ein ‚lebendiger‘ Baum mit Nägeln beschlagen, bis er starb. Hier lässt man ein Stück Holz, den Feind, symbolisch sterben: Gedichte, die anlässlich dieser Nagelungen entstanden, berichten davon:

„Damit wir zerschmettern mit wuchtigem Streich. Die Feinde ringsum. Für Kaiser und Reich.“

Die mittelalterlichen Votivbäume sollten die eigene Krankheit tragen, Leid wurde externalisiert und symbolisch einem Stück Holz zugefügt, dass aber durch diese Form der ‚Rüstung‘ optisch erstarkt und wehrhaft wurde. Der alte Gedanke, dass Schmerzen dich stärker machen, dass Not und Leid auch transformative Kräfte besitzen, wird hier deutlich. Und es ist eine Erweiterung dessen, was wir als Denkmal bezeichnen.

Heute sind Steuern Opferhandlungen, damals gab es Spendenbescheinigungen für die Nägel als nachmittelalterliche Ablaßbriefe.

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#gesehen:

Es war tatsächlich Josef Hader, der Stefan Zweig gespielt hat! Ich war im Kino in Wien, in Vor der Morgenröte, einem Film über Zweigs Jahre im brasilianischen Exil. Ein guter Film, eine Biografie, die sehr reflexiv mit seiner filmischen Behauptung, ein Leben nacherzählen zu können, umgeht. Und ein Film, der Inhalt und Struktur nicht als getrennte Entitäten sieht. Ab den 30er Jahren wird Zweig in kurzen Sequenzen gezeigt, nicht nur persönlich, auch narrativ zerissen. Er, der Pazifist, der es ablehnt, seine Kompetenz als Schriftsteller auf die Politik auszuweiten, die in Deutschland längst nicht mehr ’nur‘ Politik war, wird von ihr nicht in Ruhe gelassen. Er sagt:

„Jede Widerstandsgeste, die kein Risiko in sich birgt und keine Wirkung hat, ist nichts als geltungssüchtig.“

Und doch wird er bedrängt, sich offensiv gegen das Hitlerregime auszusprechen, Visa zu erbitten für Leute, die er entweder kaum kennt oder noch weniger mag, er fühlt sich instrumentalisiert und gefangen in einem Exil, in dem er jeden Gefallen mit öffentlichen Auftritten erwidern muss, in dem er – in einer Welt in Aufruhr – seine Ruhe vermisst.

Sein humanistisches Weltbild wird sukzessive von den politischen Ereignissen eingeholt, bald wird es keine Ruhe mehr geben, oder nur noch die Letzte. Stefan Zweig tötet sich am Ende des Films und das, was diesen Film strukturell auszeichnet, ist die fehlende Erklärung des Freitods. Die sechs Sequenzen, die Zweigs Leben im Exil zeigen, erklären nicht, sind allenfalls Skizzen, Restlichtverstärker einer Wahrheit, die wir nie kennen werden. Die nicht erkennbar ist. Wie Zweig, der sich weigerte, Aussagen über ein Land zu machen, das er seit Jahren nicht gesehen hat, verweigert auch die Regisseurin uns jegliche Erklärung. Oder lässt sie nur in der eigenen Imagination zu. Wie hat Hannah Arendt einst über die Erweiterung des Denkens gesagt:

„Man muss die Einbildungskraft lehren, Besuche zu machen.“

Ich würde ergänzen: Und auch Besuche zu empfangen.

Trailer:

KW 22

Suade

Wir schreien nicht. Wir haben weder Worte noch Leidenschaft, wir, die wir im Säurebad der Ironie großgezogen worden. Relativismus ist in unserer Wertegemeinschaft ein Bodensatz, der sich nie löst, sondern immer weiter und wieder aufgegossen wird.

Wir äußern uns nur in Szenen, Beobachtungen, Segmenten, Stücken, Sammelsurien unserer Wahrnehmung, die öffentlich werden müssen. Einfach veröffentlicht. Wo auch immer, an wen auch immer. Hineingekippt in das Grab des unbekannten Zuschauers, in myspace, youtube, facebook. Das ist dann jener narrative Kitt, mit dem sich Identitäten mauern lassen. Ich habe ein Profil, also bin ich.

Begründungen, Emphasen, Leidenschaften kennen wir lediglich in Klammern, in Konjunktiven, in den letzten Begründungen unserer Ausfallschritte. Doch jene Ausfallschritte werden immer kleiner, kalkulierter, unbeobachtbarer. Wie auch, und wann? Was bäumt sich noch auf, was wehrt sich noch, was agitiert? Doch bedauernswerter als gesellschaftliche Lethargie ist private. Was macht noch Sinn, was fühlt sich an? Unsere Spatzenhirne lassen es nicht zu, der Verbindlichkeit ihre Versprechen abzukaufen. Sie steht an der Straßenecke mit dem Wachturm in der Hand und darf uns nicht ansprechen.

Aber dennoch spüren wir im Vorbeigehen ihre stummen Schreie, einer, der deutlichste, lautet: Reduktion. Konzentration. Und nicht reduktionistische Konzentriertheit als Formprinzip, als Stilphrase von Gewolltem. Sondern einfach so. Zuhause bleiben. Aber nicht zuhause bleiben in einem Prospekt von AD, wo man sich als imaginierte Werbetafel aufs Sofa drapiert. Einfach zuhause bleiben. Ruhe. Aber selbst Ruhe ist gelabelt, man muss sich entscheiden, buddhistische Zen-Meditation oder aber Entspannungsmusik mir Entspannungstee und Entspannungsräucherstäbchen, im Set.

Und Konzentration? Ich konzentriere mich nun auf meine Nasolobialfalte und versuche die Augencreme mit klopfenden Fingern so in die Faltenhaut ‚einzuarbeiten’, dass sie entgegen die Wuchsrichtung der Falte eindringt.

KW 18

Über Druck

Ungepolsterte Augen, die angeschrien werden: Hier Leid, hier schöne Wohnung, hier funny Katzenvideo! Schau, schreit es ihnen entgegen, sieh hin, konsumiere, helfe. Ich blicke weg. Es gibt den Druck der Aufmerksamkeit der Dinge, die in sozialen Medien als Wellen unsere Augen brechen. Einen Druck der Welthaftigkeit, der dort vermittelt nur ein Foto oder ein kurzer Text ist, aber eigentlich so viel mehr: Unser Gehirn schmeißt uns nach links und rechts, nach oben und unten: Sieh, dieses kleine Pinguinbaby ist in Not. Sieh, dieser Fußballspieler ist ungehörig gewesen. Sieh, hier eine wackelige Gif eines Wellensittichs. Dabei sieht man nur Echos. Pixelgewordene Echos, die wir mit Welt verwechseln. Alles ist gleichzeitig und doch nicht da.

Durch dieses Übermaß an Echos gibt es auch ein Übermaß an Hall. Unsere Ordnungen, das, was man glaubt, ein ‚geregeltes‘ Leben zu nennen, wird aufgepumpt und gestört. Mit Vergleichen, die digital sind, Interieurblogs, die immer besser aussehen als die eigene Wohnung, mit Körpervorbildern, die massenweise als digitale Geister das Netz fluten, mit Angeboten zu Nachfragen, die wir nie hatten.

Wenn man sich vergleicht, gleicht man dem Anderen automatisch. Der Vergleich lässt nur Ähnlichkeit zu, jeder andere Aspekt, jede Alterität, jede Eigenschaft, die einen Vergleich eigentlich nicht zulassen würde, wird ausgeblendet. Ich habe mal eine Hausarbeit gelesen, in der eine mittelalterliche Buchmalerei, die die Übergabe der Gesetzestafeln an Moses zeigte, mit einem amerikanischen Historiengemälde verglichen werden sollte, auf dem Thomas Jefferson die Unabhängigkeitserklärung verfasst. In beiden Bildern wurden zwar ‚Gesetze‘ erstellt und transferiert, aber damit schlossen sich auch die medialen Gemeinsamkeiten. Man kann nicht alles vergleichen, man sollte es nicht. Weil ein Vergleich immer auf eine Wertung verweist, ein besser und schlechter imaginiert und das, obwohl zu wenig Kategorien existieren, die tatsächlich einen Vergleich zuließen.

Byung-Chul Han hat jüngst gesagt:

„die Bemühung um Authentizität, nur sich selbst zu gleichen, löst einen permanenten Ver-Gleich mit anderen aus.“

Es scheint absurd: Je mehr wir authentisch, letztlich uns selbst ähnlich sein wollen, desto mehr muss man sich von anderen abgrenzen. Und das passiert durch den Vergleich, der schnell gezogen ist in digitalen Zeiten, wo jede Kategorie sofort recherchierbar ist. Doch was vergleicht man dort wirklich? Und warum lassen wir zu, dass diese Echos Druck erzeugen?

Wir brauchen Druck. Wir suchen ihn. Denn Druck ist physikalisch ein Widerstand, ein Widerstand vor der eigenen Verkleinerung. Wenn ‚die Moderne‘ dadurch gekennzeichnet ist, dass Orte des Zwangs, wie Fabriken oder die Armee, weniger Personal benötigen, ist der externe Druck einem internen gewichen. Die Freiheit und Flexibilität westlicher Gesellschaften lässt – so eine These – so wenig Zwang sichtbar werden, dass wir jenen Druck, der notwendig ist, um so etwas wie Identität zu formen, verinnerlichen.
Schon Descartes hat die Vorstellung von Identität als Raum bemüht, der ausgestellt und eingerichtet wird. Ist das der Grund für den Erfolg von Interieurblogs? Wo Eigentum herrscht, fängt Reinigung an. Beschmutzt sind nur die Außenräume, die Stadt, Staat oder einer sonstigen kaum fassbaren Entität obliegen.

Es gibt zu viele Ordnungsangebote, zu viele Kategorien. Der Druck, den wir empfinden, ist auch ein Druck der Annahme, es könnte nur ein entweder/oder und kein und in dieser schieren Masse geben. Christiane Frohmann hat auf der re:publica vor ein paar Jahren einen schönen Vortrag über dieses und-Dasein gehalten. Ihre grobe These war, dass man entweder/oder-Menschen von und-Menschen trennen kann. Und für entweder/oder-Menschen prägte sie den schönen Satz, dass jene sich als Content dem Kontext anpassen müssen, dass sie immer wissen, welche Rolle sie gerade innehaben.
Ich denke, ein Teil der gefühlten Überforderung ist daraus abzuleiten. Wir wollen Sinn, Ränder, umgrenzte, einfache Zuschreibungen. Die es – zumindest im Netz – in diesem hermeneutischen Sinn nicht mehr gibt. Die Art der Überforderung, der Druck entsteht aus den vielfachen Kontexten, in denen man sich nicht mehr verhalten kann. Richtig oder Falsch kann und sollte keine primäre Reaktion auf diese Art der Information sein, und wenn wir doch so denken, enden wir im Vergleich.

Den und-Menschen hat Frohmann vor allem attestiert, dass sie mischen. Das Ordnungen und Kategorien für sie nicht dieselbe institutionelle Bedeutung besitzen wie bei entweder/oder-Menschen. Ein früher und-Mensch ist z.B. Robert Musil, der es nie mit der festen Vorstellung von Identität als gesetztes, eisernes, mit Attributen angereichertes Ich hatte, sondern sagte:

„Individuum ist ein Ablauf, eine Variation. Fertig mit seinem Tod“.

Als Lackmustest, ob man ein entweder/oder- oder ein und-Mensch ist, empfiehlt Frohmann übrigens, sich die Frage zu stellen, ob man eine Email an Barack Obama mit Emoticons versehen würde.

Ich mag diese Unterscheidung, auch wenn ich mich keinem oder eher beiden Lagern zuordnen kann (was auch möglich ist). Diese Unterscheidung erklärt nämlich sehr schön anschaulich den Druck. Nicht nur den Druck der Sehdaten. Sondern auch den Druck, jedem Rollenangebot, jeder Information mit einem ‚adäquaten‘ Verhalten, sei es emotional oder physisch, begegnen zu wollen. Vielleicht sollten wir versuchen, das hin und wieder zu lassen. Und uns nicht verhalten.

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#gelesen:

Besucht ihr die International Movie Database (IMDb), Metacritic oder Rotten Tomatoes, bevor ihr einen Film anseht? Lucas Barwenczik hat hier sehr lesenswert aufgeschrieben, wie diese Datenbanken funktionieren und das Schwarmintelligenz nicht immer intelligent sein muss:

http://www.kino-zeit.de/blog/b-roll/kritik-an-der-schwarmkritik-das-problem-mit-imdb-rotten-tomatoes-und-metacritic

KW 13

Über Hüllen

Letztens saß ich auf einer Couch, aber nicht direkt auf der Couch, sondern auf einer Decke, die über ihr lag. Links und Rechts von mir saßen Kissen und Kuscheltiere. Meine Füße standen auf Teppichboden, auf dem Teppich lag und ich blickte aus einem Fenster, aus dem man nicht blicken konnte: Kniend an der Fensterbank hätte ich hocken müssen, um etwas vom Draußen reinzubekommen, zwei Lagen Gardinen und ein Rollo stoppten mich. Unnötig zu erwähnen, dass auch die Wände doppelt und dreifach waren: Wand,  Mustertapete, Bild, oder auch etwas anderes, was man in den Dekoabteilungen von Kaufhäusern findet. Motivisch war alles hübsch, friedlich, harmonisch, in etwa so.

Man sah Natur in gut, Fotos in der ausgehöhlten Logik von Werbeanzeigen, eine Natur, die jeglicher Lehnstuhlexkursion eine sichere Rückkehr garantiert. Alles was stand, hatte eine Hülle: der Tisch eine Decke, der Stuhl eine Husse. Jede Hülle machte mich ein wenig ratloser und ich fragte mich, was diese Hüllen sollten. Bis ich ahnte: Die Hüllen sind Haut. Und je mehr Hüllen, desto dicker die Haut, desto sicherer der Körper, desto mehr Schutz vor dem Außen.

Man baut sich ein; wie im Film ‚Home‘ von Ursula Meier, wo eine Familie, deren Eigenheim an eine Autobahn grenzt, beginnt, sich schallzuisolieren: Am Ende werden auch die Fenster zugemauert.

Die engen, immer gleichen, überladenen Zimmer ließen mich daran denken, was Anthropologen ‚materielle Kultur’ nennen: Wie Menschen sich kleiden, die Objekte, die sie an ihren Wänden hängen haben oder die sich auf ihren Tischen stapeln. Denn diese Art von Mimikry bietet Schutz. Als Kulturtechnik des sozialen Zusammenhalts, als Form, Eigenes von Fremden zu scheiden, sind die Menschen und die Räume zusammengewachsen, eine Einheit, ein Begründungszusammenhang geworden.

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In der Bahn, wenig später: Ganz viel mobiles Device, aber auch: ganz viel Schutz: Ich sah eine Vielzahl von Hüllen, geblümter deckenartiger Schutz, aber auch hartverschalte Maxicosis für die Tablets um mich rum. Bauen Apple und alle anderen absichtlich Dinge, die man beschützen muss, die ganz schnell verschleißen, wenn man sie ungeschützt lässt? Warum? Damit man sie wie Babys behandelt, die man bewahren muss oder wie Geschenke, die man auspacken kann?
Vielleicht ja auch beides: das hätte nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen psychologischen Effekt, da man als Erstes, wenn man ein solches Gerät kauft, in seinen Schutz investieren muss, sicherstellen muss, dass es ihm gut geht. Auch mein mobiles Device hat einen Schutz. Naja, eigentlich zwei: Winter- und Sommerbekleidung.

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Wie bei meiner Begegnung mit dem belegten Wohnzimmer liegt das Bizarre nicht in der Fremdheit der Dinge, sondern in ihrer Vertrautheit.

Es gibt einen Roman von 1884, dessen Protagonist ein „anämischer Adeliger“ ist, der diesen Zustand schön versinnbildlicht: Seine Wohnung ist voller die Kunstdrucke von Moreau und Redon – die Wasserfälle des 19. Jahrhunderts –, er zieht sich immer mehr aus der Welt zurück, reist nur noch mit Bildern und Büchern. Joris-Karl Huysmans, der Autor, sagt von ihm:

 

„Fortbewegung kam ihm ohnedies überflüssig vor, die Vorstellungskraft schien ihm leicht die vulgäre Realität der Tatsachen ersetzen zu können.“

Joris-Karl Huysmans, Gegen den Strich, München 1995, S. 31.